Pfeiler in Ahrweiler

Pfeiler_von_Ahrweiler

Schon viele Touristen haben in der Adenbach diesen imposanten Anblick bestaunt und versucht zu ergünden, welchen Zweck die Pfeiler wohl haben könnten.

Pfeiler in Ahrweiler

Pfeiler einer nie fertiggestellten Bahnlinie

Bei vielen der hier beschriebenen Wanderungen werden wir die Pfeiler in der Adenbach von Ahrweiler sehen.

Adenbachhut Pfeiler

die beide höchsten Pfeiler sind ca 35 m hoch

Die Pfeiler in Ahrweiler sind Teil einer nie fertig gestellten Bahnstrecke, die von Lipplar (bei Köln) zum Ahrtal führen sollte. Die Bahn sollte bei Rech (im Ahrtal) in die Bahnstrecke entlang der Ahr münden.

Bereits mehrere Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, wurde eine größere Eisenbahnstrecke geplant, deren Aufgabe es sein sollte, Kohle und Eisenerz aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus dem damals deutsch besetzten Elsass-Lothringen zu transportieren.

 

 

Man darf sicherlich auch annehmen, dass Militärstrategen vor dem 1. Weltkrieg, die mit der Bahnlinie verbundene Möglichkeit, eines schnellen Transportes von Truppen und Material in Richtung französischer Grenze, in ihr Kalkül mit einbezogen haben. Für den Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Frankreich, war im Schliefen Plan vorgesehen, auch die Eifel als Aufmarschgebiet zu nutzen.

In der Planung war vorgesehen, durch die Eisenbahnlinie, die Gebiete des Niederrheins und des Ruhrgebiets – unter Umgehung der viel befahrenen Strecken Köln und Düsseldorf – mit dem Saargebiet und mit Elsass-Lothringen zu verbinden.

Bei diesem Vorhaben war der Streckenabschnitt von Lipplar bis zur Ahr, die technisch schwierigste und aufwändigste Baumaßnahme. Die Schwierigkeit bestand darin, dass die aus Lipplar kommende Eisenbahn, die über Rheinbach und Ringen führte, bei Ahrweiler (im Bereich der Adenbach) eine Schlucht von ca. 150 m überbrücken musste. Der Höhenunterschied den die Bahnstrecke überwinden musste, betrug bei Ahrweiler circa 100 Meter!

 

 

Genau mit diesem Bauabschnitt – von Lipplar bis zur Ahr – begann die Baumaßnahme im Jahre 1912. Sogar während des 1. Weltkrieges wurden die Baumaßnahmen fortgeführt.

Wenn Sie einen der circa 50 Meter hinter den Pfeilern abgehenden Weg – egal ob nach rechts oder nach links nehmen – so erreichen Sie nach wenigen Minuten wandern, die Höhe der Pfeiler. Von hier aus können von oben seitlich auf die Pfeiler von Ahrweiler schauen.

Von hier aus können Sie eine „Merkwürdigkeit“ im Bau der Pfeiler erkennen.

Pfeiler in der Adenbach von Ahrweiler

einer der großen Pfeiler von der Seite gesehen

Im oberen Drittel werden die Pfeiler – ohne offensichtlich erkennbaren Grund – etwa um die Hälfte schmaler.

Der Grund lässt sich nur aus der Geschichte dieses Bauwerks verstehen: Ursprünglich war die Bahnstrecke als zweispurige Bahn geplant. 1922 verbot die Rheinlandkommission der Siegermächte des 1. Weltkriegs den Weiterbau der Eisenbahnlinie.

 

 

Nach Verhandlungen konnte dann die deutsche Seite die Erlaubnis zum Weiterbau erreichen. Allerdings sah der erzielte Kompromiss nur einen einspurigen Weiterbau der Bahnlinie vor. Die Pfeiler verjüngen sich daher im oberen Anteil, da sie nur noch eine einspurige Bahnstrecke tragen sollten.

Die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen im Januar 1923, führte zu passivem Widerstand der Bevölkerung und zur Einstellung des gesamten Bahnverkehrs.

1924 wurde das Baugerüst für die Bahnlinie in der Adenbach bei Ahrweiler abgebaut.

Wenn Sie heute die Adenbach auf einer unserer Wanderungen hochgehen, sehen Sie die Pfeiler in fast gleicher Weise, wie sie 1924 zurückgelassen wurden.

Rückseite der Pfeiler von Ahrweiler

so sehen Sie die Pfeiler, wenn Sie hoch aus der Adenbach in Richtung Ahrweiler schauen

Neu hinzu gekommen sind die „Spuren“ einer Kletterschule an den Pfeilern, die eine völlig andere Verwendung der Pfeiler in der Adenbach von Ahrweiler erschlossen hat.

 

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